Der Bahnhof Ansbach wurde seit 2020 umfassend modernisiert und kann sich seit 2024 auch als Zukunftsbahnhof betiteln. Im Oktober 2026 kam nun der begehrte Titel „Bahnhof des Jahres“ der Allianz pro Schiene dazu. Als bester Bahnhof Deutschlands 2026 bietet der Bahnhof Ansbach Reisenden und Besuchenden ein modernes, attraktives Empfangsgebäude und viel Fokus auf Barrierefreiheit. Glückwunsch an den achten Bahnhof des Jahres in Bayern!
Das Empfangsgebäude und die dazugehörige Wartehalle wurden umfangreich umgestaltet.
Goldene Buchstaben am Eingang empfangen Reisende und Besuchende am modernisierten Empfangsgebäude. Innen wurde mit angenehmen Türkistönen, Sitzmöbeln aus Holz und attraktiven Lichtmodulen einiges für den Komfort der Bahnhofsbesuchenden investiert. Das Gebäude aus den 1950ern im Stil der Neorenaissance wurde im Zweiten Weltkrieg ebenso wie die Gleisanlagen bei Luftangriffen schwer beschädigt. Der heutige Bau stammt aus der Nachkriegszeit und prägt weiterhin den Zugang zur Stadt. In den vergangenen Jahren wurde er in mehreren Schritten ganzheitlich modernisiert und zum Zukunftsbahnhof umgebaut. Der Bahnhof Ansbach ist daher heute nicht nur Umsteige- und Zugangspunkt zum Schienenverkehr, sondern auch Visitenkarte der Stadt.
Das überzeugte die Jury
Link zu diesem Abschnitt kopierenDie neunköpfige Jury der Allianz pro Schiene beeindruckte nicht nur die helle und freundliche Atmosphäre im Bahnhof, sondern auch die gute Einbindung des Bahnhofs in die Stadt, die zeitgemäßen Verknüpfungen mit Bus, Pkw und Fahrrad sowie viele weitere gelungene Details. So ist eine direkte Anfahrt mit dem Pkw oder mit dem Taxi zum Bahnhof in den Seitenbereichen möglich, ohne dass die Laufwege der Fußgänger:innen gekreuzt werden. Deutlich ausgebaut wurden in den vergangenen Jahren die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Gut gefallen hat der Jury die ansprechende Gestaltung der Abstellanlagen sowie die Service-Säule mit Luftpumpe und Werkzeugen, die für kleinere Reparaturen am Rad genutzt werden kann. Ein besonderer Pluspunkt in Ansbach seien die Grünbereiche, die neben dem überdachten Zugang vom Bahnhofsgebäude zu den Bahnsteigen angelegt wurden. Sitzgelegenheiten bieten hier eine zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeit. Zugleich bieten die Grünbereiche einen Lebensraum für Pflanzen und Insekten und setzen einen weiteren, freundlichen Farbakzent am Bahnhof.
Die Jury merkte an, dass die Macherinnen und Macher bei der Renovierung des Bahnhofs und des Umfeldes auf eine ansprechende Gestaltung über die reine Funktionalität hinaus Wert gelegt hätten. So wird der türkise Farbton, der sich im Außenbereich des Bahnhofs an der Fensterfront, der Seitenwand und an den Vordächern findet, an verschiedenen Stellen im Bahnhofsinneren wieder aufgegriffen, beispielsweise in Bodenbelägen, an den Aufgängen zu den Bahnsteigen oder sogar an Abfallbehältern, was den freundlichen Eindruck verstärken würde.
Verbesserungsvorschläge
Link zu diesem Abschnitt kopierenDie Jury der Allianz pro Schiene hat auch Potenzial für ein noch kundenfreundlicheres Reiseerlebnis in Ansbach identifiziert. Sie schlug beispielsweise vor, die bereits renovierte Unterführung zwischen Bahnsteigen und Südausgang des Bahnhofs durch zusätzliche Gestaltungselemente und Farbakzente noch freundlicher zu gestalten. Die Unterführung sei zwar ausgesprochen sauber und hell, so die Jury, wirke aber eher nüchtern und steril. Für die abfahrenden Busse auf dem Bahnhofsvorplatz wünschte sich die Jury in ihrer Beurteilung des Bahnhofs zudem eine Echtzeit-Anzeige im Bahnhofsgebäude. Außerdem fände sie ein bahnhofsweites WLAN-Angebot hilfreich.
Mit dem Titel Bahnhof des Jahres zeichnet die Allianz pro Schiene seit 2004 die besten Bahnhöfe Deutschlands aus. Im Mittelpunkt stehen die Perspektive und Bedürfnisse der Reisenden. Die neunköpfige Jury bereist in jedem Jahr Bahnhöfe in Deutschland und beurteilt sie nach verschiedenen Kriterien. Etwa nach der Verfügbarkeit von Informationen zur Reise am Bahnhof – aber auch zu Serviceeinrichtungen und Sehenswürdigkeiten. Der Bahnhof des Jahres muss darüber hinaus sauber und gepflegt sein, Menschen mit unterschiedlichen Mobilitäts- und Reisebedürfnissen ansprechen und durch andere Verkehrsmittel lokal und regional verbunden sein. Die Jury orientiert sich auch an repräsentativen Marktforschungsdaten, die Beurteilung erfolgt unangemeldet anhand einer Checkliste.
Die Allianz pro Schiene ist eine gemeinnützige Interessenorganisation zur Förderung und Verbesserung des Schienenverkehrs. Der Zusammenschluss aus Zivilgesellschaft und Bahnbranche vereint mehr als 200 Unternehmen und Verbände mit insgesamt mehr als 2,5 Millionen Einzelmitgliedern. Die Allianz pro Schiene wurde im Jahr 2000 gegründet und hat ihren Sitz in Berlin.