Deutsche Bahn

Laut und Gleise

Deutsche Bahn und Warner Music bringen junge Künstler in Bahnhöfe.

Bahnhöfe sind Orte des Abschieds und Ankommens. Und seit Neustem: eine Bühne für junge Künstler. "trainsome sessions" heißt eine Kooperation zwischen der DB und der Music Entertainment Company Warner Music, die junge Künstler in Bahnhöfe bringt. 

Lässige Akustiksession im Berliner Hauptbahnhof:                                                       Tom Thaler & Basil mit „Cooler als ich“

Berlin Hauptbahnhof – in Mitten der Hauptstadt, neben Kanzleramt und Reichstag steht der wichtigste Personenverkehrsbahnhof der Bundesrepublik, der Berliner Hauptbahnhof. Dieser durfte nun die vierte Ausgabe der trainsome sessions – die Akustikkonzertreihe der Deutschen Bahn und Warner Music – willkommen heißen.

In dieser Folge zeigt sich das Hip Hop-Duo Tom Thaler & Basil mit einer lässigen Performance. Größter europäischer Kreuzungsbahnhof mit 300.000 Reisenden und Besuchern am Tag. So zeigt sich der Berliner Hauptbahnhof schon seit über 11 Jahren.

An diesem späten Dienstagmorgen, nach dem letzten Ansturm des Pendlerverkehrs, fährt eine S-Bahn aus Richtung Friedrichstraße ein. Zwei junge Männer mit Schildmützen und Gitarrenkoffer steigen aus. Es sind die beiden Musiker Tom und Marius, die das HipHop- & Produzenten-Duo Tom Thaler & Basil bilden. Sie sind gekommen, um die neue Ausgabe der trainsome session aufzunehmen.

Nachdem zuvor bereits Lina Maly, Alexa Feser und Y‘akoto die speziellen Akustikkonzerte in Bahnhöfen spielten, treten Tom Thaler & Basil nun zur vierten Ausgabe an. Tom und Marius kennen sich aus der Studienzeit in Mannheim und zu der Frage, wieso ihre Wahl auf den Berliner Hauptbahnhof fiel, kommentiert Tom: „Weil wir seit einem Jahr in Berlin wohnen, das ist jetzt unser Basement, hier haben wir unser Album produziert“. Praktischer Nebeneffekt: „Wir hatten einen kurzen Anreiseweg mit der S-Bahn.“ Und auch ansonsten ist Tom Thaler & Basil der Bahnhof durchaus vertraut: „Als Musiker verbringt man sowieso jeden zweiten Tag am Bahnhof und ist unterwegs.“ Ganz wichtig dabei, na klar: „Musik muss auf jeden Fall immer dabei sein. Wenn man die Kopfhörer vergessen hat, dann ist man aufgeschmissen.“ Kopfhörer brauchen die Beiden heute zum Glück nicht. Für ihre Akustik-Session funktionierte das Produktionsteam eine Ecke des Bahnhofs kurzerhand zur sommerlichen Oase um – mit Liegestühlen, Planschbecken, Spielzeug-Haifisch und Grünpflanze. So wird selbst der riesige Berliner Hauptbahnhof zur sommerlichen Terrasse– kein Wunder, dass die anschließende Session ausgesprochen lässig und entspannt daherkommt. „Es ist okay, da ist immer jemand cooler als ich“, rappt Tom im Song, aber ganz ehrlich: Viel cooler als diese Performance mitten im Berliner Hauptbahnhof geht es eigentlich kaum.

Ein paar letzte Gitarrenanschläge, ein abschließender Rap ins Mikro und schon ist die neue trainsome session im Kasten. Tom und Marius lächeln zufrieden und gönnen sich noch eine Kugel Eis bevor sie wieder in die S-Bahn nach Hause steigen. Der aktuelle trainsome session-Song „Cooler als ich“ ist unter anderem auf Tom Thaler & Basils neuem Album „Malu“ zu finden. Dieses erscheint am 15.09.2017 und kann bereits vorbestellt werden.

Alle Daten und Livetermine unter www.tomthalerundbasil.

Stuttgart Hauptbahnhof – ein Bahnhof mit viel Geschichte und ein Bahnhof mit noch mehr Zukunft. Mitten im Schwabenland präsentiert sich die dritte Ausgabe der trainsome sessions – die Akustikkonzertreihe der Deutschen Bahn und Warner Music. In dieser Folge präsentiert das Musikformat die Soulsängerin Y’akoto.

Es ist ein sonniger Montag im schönen Stuttgart, als Sängerin Y’akoto am Bahngleis ankommt. Sie hat vor wenigen Tagen ihr Album „Mermaid Blues“ veröffentlicht und kommt von ihrer Medienreise, die sie bereits quer durch Deutschland führte. Heute darf sie eine trainsome session spielen.


Y’akoto heißt mit bürgerlichem Namen Jennifer Yaa Akoto Kieck und wuchs in Hamburg, Kamerun, Togo und im Tschad auf. Sie lebt aktuell in Paris und veröffentlichte bis dato drei Alben. Bereits zwei Mal war die schöne Songwriterin mit Ghanaischen Wurzeln für den Musikpreis ECHO nominiert.  Sie zählt zu den erfolgreichsten deutschen Soul-Sängerinnen.

Als Y’akoto die Alte Schalterhalle des Stuttgarter Hauptbahnhofs betritt, sind die Instrumente ihrer Musiker bereits aufgebaut. Yannick (Gitarre) und Wendy (Piano) sind extra aus Paris angereist, um die Künstlerin zu begleiten. Als Y’akoto ans Mikro tritt und ihre aktuelle Single „All I Want (Comme Ci, Comme Ca)“ anstimmt, ist es still in der großen Halle. Immer mehr Bahnhofsbesucher bleiben stehen und lauschen der gefühlvollen Soulstimme Y’akotos begleitet von ihren beiden Musikern. Y’akotos Songs erzählen Geschichten – oft vom Kommen, aber auch vom Gehen. Die Inspiration findet die Sängerin nicht selten auf ihren zahlreichen Reisen: „Es ist schon öfter passiert, dass ich am Bahnhof stand und eine Melodie in meinem  Kopf hatte, die ich schnell auf mein Handy aufgenommen habe, um sie nicht zu verlieren.“

Als der letzte Ton ihres Songs „All I Want (Comme Ci, Comme Ca)“ erklingt, krönt die spontane Zuschauermeute den Auftritt mit Applaus und Y’akoto ist selbst begeistert. „Es war ein schönes Gefühl den Song hier in der kleinen Schalterhalle spielen zu dürfen. Ich habe noch nie in einem Bahnhof und auch noch nie in einer so hohen Halle gespielt“, berichtet die 30-jährige Musikerin mit einem zufriedenen Lächeln, bevor sie wieder in den ICE steigt und ihre Reise durch Europa fortsetzt. Das Lächeln der Sängerin klingt noch nach und die Zuschauer summen noch einen Moment Y’akotos Melodie bevor der Bahnhofs-Alltag die Stimmung wieder übernimmt.

Der aktuelle trainsome session-Song „All I want (Comme Ci, Comme Ca)“ ist unter anderem auf Y‘akotos neuem Album „Mermaid Blues“ zu finden. Y’akoto ist ab 19. August auf großer Deutschlandtour. Alle Daten und Tickets gibt es unter www.yakoto.de

trainsome session im Hauptbahnhof Frankfurt am Main

Die Uhr schlägt Mitternacht als eine gut gelaunte Alexa Feser die Bahnhofshalle betritt. Die aus Wiesbaden stammende Musikerin hat eine ganz besondere Verbindung zum Hauptbahnhof in Frankfurt am Main, denn hier fuhr sie bereits als Teenager ein und aus wenn sie in Frankfurt das Nachtleben unsicher machte.

Heute wohnt die Künstlerin in Berlin und schreibt Songs über ihr Leben – auch über Bahnhöfe: „Der Bahnhof hat immer etwas sehr Sehnsüchtiges und etwas, das mit Fernweh zu tun hat.“ Es ist eine Spur von Nostalgie zu spüren. Während Alexa Feser noch in Erinnerungen schwelgt, bereitet das Produktions-Team den Bahnsteig vor – Züge werden rangiert, Licht wird positioniert und die Tontechnik aufgebaut. Alles muss sitzen für das nächtliche Konzert, denn die Zeit drängt.

Schon in wenigen Stunden soll der Zugverkehr im Hauptbahnhof wieder rollen. Michael Birnstock von der Deutschen Bahn ist begeistert: „Ich finde die Akustik hier fantastisch und nachts in einem leeren Bahnhof zu spielen, der tagsüber von mehreren tausend Leuten bereist wird, ist etwas ganz Besonderes“. Um die Geräuschkulisse für den Akustikauftritt von Alexa Fesers aktueller Single „Wunderfinder“ feat. Curse besonders gering zu halten, findet der Dreh nachts im Hauptbahnhof Frankfurt statt. Von Müdigkeit ist gegen 2 Uhr jedoch nichts zu spüren – zum Glück gibt es genügend Kaffee und heiße Suppe für das ganze Team.

Als sich Alexa Feser an das Klavier setzt, kann nur erahnt werden, welche Magie sich in wenigen Sekunden verbreiten wird. Mit dem ersten Anschlag des Pianos ist beim gesamten Team die Kälte und Müdigkeit vergessen. Alexa Fesers gefühlvolle Stimme klingt über den Bahnsteig. Als Rapper Curse mit seinem Part einsteigt, lauscht auch der letzte Nachtarbeiter im gigantischen Gebäude. Es ist kalt, doch die Spannung und das Kribbeln in der Luft überwiegen. Nach dem letzten Ton dauert es zwei, drei Sekunden, bis das Team aus dem vermeintlichen Traum in diesem schon fast verlassenen Bahnhof zurück in die Realität geholt wird. Glücklich und müde, mit der trainsome session im Kasten geht es für das gesamte Team gegen 4:30 Uhr zurück ins Hotel. Das Ergebnis dieser besonderen Nacht kann als Video im YouTube Kanal der Deutsche Bahn angesehen werden.

Der aktuelle trainsome session-Song „Wunderfinder feat. Curse“ wird unter anderem auf Alexa Fesers neuem Album „Zwischen den Sekunden“ zu finden sein, das am 21.04.2017 erscheint. „Manchmal kann sich in Sekundenbruchteilen alles entscheiden“, erklärt sie dazu. „Ob du jemanden sympathisch findest oder nicht, ob du dich verliebst oder nicht. Kriege werden angezettelt, Schicksale besiegelt. Ein Moment, so lang wie eine Ewigkeit. So sind auch die Texte: Sie handeln von Momenten, in denen sich emotional immer alles entscheidet“. Genauso ein Moment war auch die nächtliche trainsome session im Frankfurter Bahnhof mit Alexa Feser.

Bahnhöfe sind Orte des Abschieds und Ankommens. Und seit Neuestem: eine Bühne für junge Künstler wie Lina Maly!


Gleich im ersten Augenblick macht dieser Ort etwas mit Lina Maly. Freudig betrachtet die 19-Jährige die große gläserne Kuppel, sie dreht sich um die eigene Achse, die Hände in den weiten Taschen ihres Mantels, ihre Ellenbogen angewinkelt, gleichfliegt sie davon, möchte man meinen. Lina singt und schreibt zarte Popsongs. Die blonde Abiturientin stammt aus Elmshorn bei Hamburg und hat zum ersten Mal den Bahnhof Uelzen betreten, der einst nach den Vorstellungen des Künstlers Friedensreich Hundertwasser umgestaltet wurde: Wölbungen, abstrakte Mosaike, Säulen wie bunte Murmelketten, ein fantastisches unterirdisches Wasserspiel. Lina Maly ist gleich begeistert, dass sie hier heute ein Akustik-Konzert spielen darf. Ihr größtes Hobby neben der Musik ist die Malerei. Sie weiß zu schätzen, dass der Österreicher mit vielen Regeln der Architektur brach. „Hundertwasser war immer gegen Ecken und Kanten. Sein Architekturstil gefällt mir."


Noch während Techniker in der Bahnhofshalle Kabel verlegen, ein Mischpult anschließen und der Schlagzeuger den Soundcheck macht, ahnt Martin Libutzki, dass er den richtigen Ort gewählt hat. „Jeder Bahnhof hat seine ganz eigene Akustik, genauso wie jeder Künstler“, sagt der Veranstaltungsmanager der DB-Bahnhöfe. „Unsere Aufgabe ist es, für jeden die richtige Location zu finden.“ Uelzen ist nämlich erst der Anfang. 

Die aufstrebende Sängerin Lina Maly findet die Idee schlüssig. „Für mich sind Bahnhöfe auch Orte der Entschleunigung“, sagt sie, „ich sehe mir dort gern das Treiben an. All die Menschen, die ankommen, abfahren – und jeder trägt eine Geschichte mit sich herum.“ Mit anderen Worten: Stoff für weitere Songs. Na, dann mal los. Der Haupteingang des Bahnhofs ist verhängt, Kameramänner schultern ihr Equipment, der Tontechniker schiebt die Regler hoch. Noch die Bahnhofsdurchsage von einem einfahrenden Zug abwarten, dann kann das Konzert beginnen.
 Lina schließt die Augen, umfasst das Mikrofon und singt die ersten Zeilen von „Meine Leute“: „Hier sind meine Leute. Eine Stimme, die ich taub erkenn’“. Ihre Stimme ist zart und doch voll, federleicht spaziert sie über die Zeilen, mal hier eine besondere Betonung setzend, mal dort bewusst mit den Einsätzen spielend. Die Bahnhofskuppel fängt die sanfte Musik auf, die um die runden Formen zu fließen scheint. Dass hier eigentlich Züge fahren, ist in diesem Moment vergessen. Im vergangenen Jahr erschien Lina Malys Album „Nur zu Besuch“, es folgten eine fast ausverkaufte Deutschlandtour und Auftritte im Vorprogramm des französischen Superstars Zaz. Ihren ersten Plattenvertrag hatte sie, bevor sie ihr Abitur machte. Dass nun alles zu schnell gehen könnte, davor hat sie keine Angst, solange sie umgeben ist von den Leuten, die ihr nahe sind: ihrer Band, ihrer Familie, ihren Freunden. Nachdem Lina ihr letztes Lied gespielt hat, erfüllt Applaus die Bahnhofshalle. Draußen rattern wieder die Züge vorbei, eine Durchsage kündigt einen ICE an. Das Konzert ist beendet. Und langsam kehrt der Klang des Bahnhofs zurück, wo eben noch Musik war.